Rundweg

Wie sie den Rauchkogel finden
Wie Sie den Rauchkogel finden

Rauchkogler Runde – Ein Lehrpfad

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Auf einem gemütlichen Spaziergang erfahren sie alles über eine uralte Weinbaulandschaft, entdecken die Prinzipien der nachhaltigen Landwirtschaft und sie werden erkennen, was sonst nur schwehr zu sehen ist. Der Lehrpfad erklärt auf 23 Pulttafeln, wie Kulturlandschaft funktioniert, 10 gezeichnete Koglerfiguren bringen ihnen die die Verbundenheit und Abhängigkeit von Mensch, Natur und nachhaltigem Weinbau näher.

Lehrpfadlänge ca. 900 m, reine Gehzeit 15 min.

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Wir freuen uns wenn sie den Rauchkogel besuchen.

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Das Gebiet ist Arbeitsplatz von vielen Landwirten und kein öffentliches Gut, bleiben Sie deshalb auf den Feldwegen und gehen sie bitte nicht über Wiesen und nicht durch die Rebreihen! DANKE !

Um den natürlichen Lebensraum der Wildtiere nicht zu schaden und die Weidetiere nicht zu gefährden,  führen Sie Ihren Hund an der Leine, und nehmen Sie den Hundekot mit! Danke!_KIT9683

 

Bodenständige Weinbaulandschaft

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Die nachhaltig organisch-biologisch bewirtschafteten Weingärten, Wiesen und Gärten fördern und beleben die ökologische Vielfalt.

Obstbäume und Hecken

pict0200Weingartenpfirsiche, Mandeln, Kirschen, Äpfel, Birnen, Dirndln, Kriecherln, Marillen, Walnüsse, Haselnüsse, Maroni, Schlehen, Hagebutten, Elsbeeren oder Speierling – lange Zeit wurden diese Früchte in der traditionellen Weinbaulandschaft kultiviert. Heute sind diese Gehölze in vielen Weingärten zur Seltenheit geworden.

Wir haben in den letzten Jahren über 100 Meter Hecken und mehr als 80 Obstbäume nachgepflanzt. Das sichert und ergänzt die Vielfalt der Landschaft und trägt zu einer ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit in der Region bei!

Neben der Wiederherstellung einer klein strukturierten und schönen Kulturlandschaft liefern die Obstbäume und Hecken Nektar für Bienen und Früchte für regionale Köstlichkeiten auch beim Heurigenbuffet.

Obstbäume sind als Schattenspender am Rand des Weingartens, für den Jausenplatz oder in Form einer Obstwiese ein traditioneller Bestandteil der Weinbaulandschaft.

Hecken bremsen den Wind, schaffen ein Kleinklima und sind Unterschlupf und Brutplatz für viele Insekten, Feldmaus, Rebhuhn und Co.

Wasser

Der lehmige Boden ist für den Weinbau von großer Bedeutung, hat aber auch Nachteile, denn er lässt kaum Niederschlagswasser in tiefere Bodenschichten sickern. Um das überschüssige Oberflächenwasser abzuleiten, hat man schon vor Jahrhunderten Drainagen verlegt, die immer wieder erneuert werden müssen.

Einst baute man offene Gerinne, dann Furchen, die mit Stroh gefüllt und zugeschüttet wurden, Kanäle, die aus Findlingssteinen und Steinplatten gebaut wurden, Tonrohre, die mit Schlacke umhüllt wurden und jetzt verwendet man gelochte Schläuche, die in einem Schotterbett umhüllt von Vlies in ca. 70 cm Tiefe liegen. All diese Drainagesysteme sind hier am Rauchkogel vorhanden, einige haben ihre Funktion schon wieder verloren, weil sie mit Erde und Kalk zusedimentiert sind.

Der Wasserlauf am Rauchkogel wird aus den bestehenden Drainagen gespeist und dient den Wildtieren und Insekten als Tränke. Wir achten darauf, dass der Pflanzenbewuchs in diesem offenen Gerinne nicht überhand nimmt.

Weingartenhütten

Geschichtliche Überraschung in der Weingartenhütte

Einst hat es eine Vielzahl an Weingartenhütten am Rauchkogel gegeben, sie dienten und dienen zur Lagerung von Arbeitsutensilien und als Unterstand bei Schlechtwetter. Als traditionelles Landschaftselement sind die Hütten Zeugen der anstrengenden körperlichen Arbeit im Weingarten.

Zur Zeit der Traubenreife wurden früher von den Grundbesitzern (später von Gemeinde und Hauern) Hüter bestellt, die das reifende Obst und die Trauben bewachten. Am Großen Rauchkogel (wo jetzt die Wurz-Villa steht) gab es bis nach dem 2. Weltkrieg eine Hiatahütte, die in den Hang hineingebaut war. Sie diente als Unterkunft und Schlafplatz. In den vergangenen Jahrhunderten war es auch üblich, einen Hiatabam aufzustellen, um die Traubendiebe schon von weitem zu warnen. Diese Hütersäule war ähnlich dem heute bekannten Maibaum geschmückt und hatte oben manchmal sogar eine Aussichtsplattform. Lt. NÖ Hüterordnung von 1707 ist bei Fruchtdiebstahl je nach Abhängigkeit des Schadensausmaßes eine Bestrafung bis zum Abschneiden eines Ohres oder einer Hand vorgesehen.

Vom Beginn des 20. Jh. bis in die 1980er Jahre waren die Weingärten am Rauchkogel eingezäunt und zur Lesezeit zugesperrt. Vereinzelt stehen noch rostige Zaunteile.

Trockensteinmauern

PICT0002Meist aus Lesesteinen über Jahrhunderte aufgeschlichtet, einerseits um den Boden steinfrei zu bekommen, andererseits um die Weingärten zu begradigen.

Da die Mauern in den letzten Jahrzehnten sehr vernachlässigt wurden, haben wir sie behutsam saniert (Ergänzungen, Schadstellen abtragen, Neubau,…)

Diese Legsteinmauern unterstützen den nachhaltigen und ökologischen Weinbau. Durch die kurzwellige direkte Sonneneinstrahlung heizen sich die Steine auf und geben in der Nacht die gespeicherte Wärme im langwelligen Bereich wieder an die bodennahe Luftschicht ab.  In den Fugen des Trockenmauerwerks findet man Wärme liebende Pflanzengesellschaften und eine Vielzahl an Tierarten wie z.B. Eidechsen, Erdkröten, Hummeln, Wildbienen, Laufkäfer,…

Um den ökologischen Nutzen und den Erosionsschutz weiter zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, diese Mauern zu erhalten und nicht wie mancherorts durch Flurbereinigung verschwinden zu lassen.

Trockenrasen am Felshügel

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Der ehemals unbewachsene Steinrücken, der von der Ruine nach Osten zieht, war von dichtem Buschwerk bewachsen, und der Trockenrasen mit seiner seltenen Flora und Fauna, der sich über Jahrhunderte entwickelt hat, wurde dadurch stark zurückgedrängt. Einige geschützte Pflanzen drohten dadurch auf diesem Standort unwiederbringlich auszusterben.

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Wir haben in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Maria Enzersdorf (die Grundeigentümerin dieses Grundstückes ist) uns um das Freilegen der verbuschten Felspartien gekümmert.

Nun werden laufend die Wurzelaustriebe der entfernten Gehölze entfernt was im Spätsommer dann auch kurzzeitig durch Schaf- und Ziegenbeweidung geschehen kann, um den Pflanzenbestand zu sichern.

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Eine Schautafel informiert über die seltenen Trockenrasenpflanzen, und ein Rast- und Aussichtsplatz ladet zum verweilen ein.

Die fachliche Unterstützung erfolgt durch den Biosphärenpark Wienerwald. Als Basis dient die Erhebung der Kulturlandschaft aus dem Projekt „Weinbaulandschaften“ des Biosphärenparks.

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Gemeinschaft zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Weinbaulandschaft